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Förderbereich: Goetheanistische Forschung |
Gerade bei der Forschung ist es sehr entscheidend 'wes Geistes Kind' jemand ist, d.h. welchen Denkhorizont er hat. Man kann nicht erwarten, dass man von der Natur und der Welt die richtigen Antworten erhält, wenn man die falschen oder zu wenig Fragen stellt.
Die Wissenschaft wird heute dominiert von der mechanistischen Denkweise der Theorien- und Modellbildung: man schaut
sich nicht die Wirklichkeit direkt an, sondern sieht, wie die Wirklichkeit auf ein theoretisch (abstrakt) erdachtes
Wirklichkeitsmodell antwortet.
Dieser Denkansatz führt, genau betrachtet, immer zu Technik, aber nicht zu wirklicher Erkenntnis von Weltprozessen, d.h. Lebensprozessen.
Wenn man innerhalb der unbelebten Natur, der Welt der Physik bleibt, so erzielt man mit dieser Art des Denkens jene Hochleistungstechnik, von der die meisten Menschen heute verständlicherweise fasziniert sind.
Wendet man aber diesen Denkansatz in der wissenschaftlichen Arbeit auf Lebensvorgänge an, so erzeugt man auch dort nur Technik (Roboterhaftes), und dies wirkt zerstörend auf das Lebendige. Man kann dann z.B. in der Medizin zwar die Phänomene (Krankheitssymptome) beseitigen, aber nicht wirklich heilen. Dem widerspricht nicht die Tatsache, dass man oft allerdings erst das Symptom bekämpfen muss, um dann heilen zu können, weil es sonst zu spät wäre. Die konventionelle Medizin hat also ihre großen Bereiche der Berechtigung, aber sie muss ergänzt werden von Medizin aus einer anderen Denkrichtung.
Wenn man im Lebendigen forschen will, braucht man einen anderen Denkansatz, um zu wirklichkeitsgemäßen Erkenntnissen zu kommen. Diesen anderen Denkansatz nennt man heute üblicherweise den goetheanistischen. Es dreht sich dabei nicht um besser oder schlechter, um richtiger oder falscher, sondern um ein wesengemäßes Denken.
Das Lebendige ist aus dem Unbelebten (dem Stofflichen) nicht zu verstehen, auch wenn viele Leute sich gern darüber hinwegtäuschen. Beim vorurteilsfreien Betrachten der Lebensprozesse erkennt man rasch, dass die materielle Welt nur eine Seite, nur ein kleiner Teil der Wirklichkeit ist, und aus dieser Tatsache fließen unendliche Konsequenzen.
Wenn die Stiftung daher anthroposophisch orientierte Forschung in der Medizin fördert, so ist dort gerade der goetheanistische Denkansatz und aus der Sache zu fordernde erweiterte Blickwinkel gemeint, um Medizin für Heilzwecke und nicht nur für Zwecke der Symptombekämpfung zu entwickeln. Dieser Weg ist schmerzlich und lang.
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