Förderbereich: Naturhilfe

Naturhilfe soll hier in der Stiftung nicht verstanden werden als nostalgisches Erhalten einer vermeintlich ursprünglichen Wildnis. Für uns liegt in der Naturhilfe und im Umweltschutz die Verantwortung für die Erhaltung und Verbesserung der Lebensgrundlage für zukünftige Generationen.

Dies erfordert zuallererst die Erhaltung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit, also das Verhindern von Raubbau an der Erde und der Atmosphäre. Diese Bodenfruchtbarkeit ist nicht das Ergebnis dosierter Zuführung von chemischen Hilfssubstanzen, sondern erfordert ein Hinschauen auf die diffizilen Zusammenhänge in der Natur.

So wie die Humusbildung im  Boden ein sichtbarer Ausdruck der Fruchtbarkeit ist, so gibt es andere, nicht offenkundige Elemente wie Wechsel von Wald und Landwirtschaft, das notwendige Vorhandensein von Hecken, Insekten und Vögeln und allgemein die über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft. Diese Kulturlandschaft wurde zum Teil instinktiv von Bauern und Förstern in der Vergangenheit (bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts) geschaffen.

Heute sind diese Instinkte verstummt, und wir müssen durch uneigennütziges Hinschauen erfahren, welche Schritte zur Qualitätssteigerung der Umwelt und der gewonnenen Nahrungsmittel notwendig sind. Wer die Landschaft sinnvoll und einfühlsam pflegt, wird qualitativ hochstehende Nahrungsmittel ernten.

So, wie man mit synthetischen Substanzen zwar Symptome von Krankheiten beseitigen, aber eben nicht heilen kann, so kann man auch in der Landschaft mit synthetischen Mitteln Symptome bekämpfen, aber nicht die Erde gesunden.

Man kann Lebenszusammenhänge in keiner Weise verstehen und würdigen, wenn man an sie nur mit den einfachen mechanistischen Denkansätzen der heutigen Naturwissenschaft herangeht.

In der biologisch-dynamischen Landwirtschaft wird versucht, die Erde bewusst so zu bearbeiten und zu pflegen, dass sie auch in eintausend Jahren noch Lebensgrundlage für unsere Nachkommen sein kann. Dies heißt wirklicher Erhalt der Fruchtbarkeit, dies heißt stabiles, artenreiches Saatgut, wobei 'stabil' im Wesentlichen bedeutet, dass das Saatgutgetreide für das Folgejahr aus der eigenen Ernte von diesem Jahr stammt und nicht z.B. als Hybridsorten von fremden Ländereien jedes Jahr eingekauft werden muss.

Dies heißt aber auch wirklich artgerechte Tierhaltung /  Ernährung und Umgebung sowie Erhalt und Erzeugung stabiler Artenvielfalt bei den Haustieren.

Und es erfordert wissenschaftliche Erforschung der Lebenszusammenhänge, aber nicht mit technokratischem Hochmut und Egoismus, sondern mit hoher Ehrfurcht vor der Weisheit derjenigen geistigen Wesenheiten, die unsere Evolution impulsieren.


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