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Dr. h. c. Peter Schnell

Der Stifter Dr. h. c. Peter Schnell

Der rasche Wandel in unserer heutigen Welt hat zwei Seiten:

Einerseits gibt es Wandel durch Modeerscheinungen. Diese haben ihre Ursache meist bei einzelnen Menschen, die ihre Egoismen ausleben, um zu vergänglichen‚ Gütern, wie Ruhm, Reichtum, Macht zu gelangen.

Andererseits gibt es Wandel, der aus der geistigen Weiterentwicklung stammt, der dauerhaft ist.

Einer dieser letztgenannten Entwicklungen besteht im langsamen Überwinden der alten, noch aus römischer Zeit stammenden Strukturen in der Gesellschaft, die sich in künstlichen Hierarchien, Bürokratie und sozialdarwinistischem Verhalten im Wirtschaftleben noch heute deutlich zeigen.

Von seiner Natur her müsste im Wirtschaftsleben der Menschen Brüderlichkeit herrschen, im Unterschied zu Freiheit im Geistesleben und Gleichheit im Rechtsleben. Auch wenn wir offenkundig heute noch weit entfernt sind von dieser bewussten Brüderlichkeit, so muss man erfahrbare Beispiele für die Zukunft der Welt setzen.

Brüderlichkeit besteht nicht im Vergeben von Almosen aus Sympathie heraus, sondern in der Entwicklung eines wirklichen Interesses an dem anderen Menschen. Seine Intentionen, seine Maße für die Dinge der Welt sind es, die wir dabei lernen können, um zu ermitteln, ob wir uns mit einem solchen Menschen verbinden können und wollen.

Dieser Grundgedanke fordert von uns als Stiftung, dass wir praktisch jedes zu fördernde Projekt besuchen müssen, also nicht das Projekt zu einem Aktenvorgang zu reduzieren, sondern mit den betroffenen Menschen beraten können, was wirklich gewollt, möglich und vernünftig ist.

Bei fast allen Projekten handelt es sich um Ideen von wenigen Menschen, um soziale Keime, die man mit Geld in richtiger Dosierung fördern, aber durch zuviel Geld auch umbringen oder korrumpieren kann. Dieses letztgenannte zu verhindern, gelingt nur durch das vorurteilsfreie direkte Gespräch mit den Menschen. In einem solchen Gespräch kann man vielleicht ergründen, wo wieviel Geld wieviel Hilfe zum Wachsen und Gedeihen von mehr Menschlichkeit bedeutet.

Wenn ich persönlich 1992 praktisch alle Aktien der Software AG (heute ein großes börsennotiertes Unternehmen) in die Software AG – Stiftung eingebracht habe, so geschah dies, damit in adäquater Form einer gemeinnützigen Stiftung dauerhaft, also über mein eigenes Erdenschicksal hinaus, mit diesen erheblichen Vermögenswerten heilsam in der Welt umgegangen werden kann.

Geld verdienen (z. B. durch Produktion, Handel, Dienstleistung) oder Geld machen (z. B. durch Börsenspekulation) ist relativ einfach. Aber größere Geldbeträge sinnvoll ausgeben ist schwer. Beim Schenken ist man selbst gefordert, sich mit dem Schicksal eines Projektes, einer Menschengruppe, seelisch zu verbinden. Es ist nicht damit getan, einen Scheck zu unterschreiben.

Die Verfügungsgewalt über solche Vermögenswerte wie in der Software AG – Stiftung begründet kein Recht (zum Ausleben von Egoismen), sondern eine hohe Verantwortung der Welt gegenüber. Man kann diese Verantwortung ignorieren, ablehnen oder sie ergreifen. Wir wollen sie ergreifen.

Dr. h. c. Peter Schnell