

GEMEINSAM LEBEN LERNEN e. V.
Integrative Wohngemeinschaft für alte und junge Menschen
Eltern, Angehörige und Freunde von Menschen mit geistiger Behinderung gründeten 1980 in München den Verein GEMEINSAM LEBEN LERNEN e. V. Durch offene Angebote wollte man die soziale und gesellschaftliche Integration und die normale Lebensführung geistig behinderter Menschen und ihrer Angehörigen unterstützen.
Aus dieser Idee entwickelten sich vor allem zwei Tätigkeitsbereiche: Das ist zum einen der familienentlastende Dienst. Er bietet alle alltagsbezogenen Dienstleistungen, außerdem Schulbegleitung und Beratung an. Durch ihn werden Eltern und Angehörige von Familienmitgliedern mit geistiger und mehrfacher Behinderung bei der Betreuung und Pflege zu Hause praktisch unterstützt.
Der andere Bereich sind die integrativen Wohngemeinschaften, in denen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen leben. Die nicht behinderten Bewohner, meist Studenten, übernehmen zu festen Zeiten Dienste, in denen sie ihre Mitbewohner betreuen. Tagsüber gehen die Bewohner mit Behinderung einer Beschäftigung nach. Alle Wohngemeinschaften werden von einer sozialpädagogischen Fachkraft geleitet.
Drei dieser Wohngemeinschaften hatten sich schon jahrelang bewährt, als man – auch angesichts der demographischen Entwicklung – die Idee entwickelte, dieses Konzept auf eine Senioren-WG zu übertragen.
Im November 2006 wurde dieser Plan verwirklicht: Sechs ältere Menschen mit geistiger Behinderung leben seitdem zusammen mit vier jüngeren Menschen ohne Behinderung.
Die Senioren arbeiten nur noch in Teilzeit oder sind bereits ganz aus dem Berufsleben ausgeschieden. Für die Tagesstruktur und notwendige Pflege sind tagsüber Heilerziehungspfleger bzw. Sozialpädagogen im Einsatz, am Abend und an Wochenenden stehen ihnen die Studenten zur Seite. Diese familiäre Atmosphäre ist für die älteren behinderten Menschen, die oft sehr unter dem Verlust ihres Arbeitsplatzes leiden, besonders wertvoll und trägt zu ihrer psychischen und physischen Stabilität und ihrer Selbstständigkeit bei. Sie finden hier ihr endgültiges Zuhause. Die jungen Menschen, die beispielhaft soziales Engagement zeigen, werden während ihrer Zeit in der Wohngemeinschaft eng von den therapeutischen Fachkräften begleitet.
Die Software AG – Stiftung unterstützte die Einrichtung der Gemeinschaftsräume in der barrierefreien Wohngemeinschaft.